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15.04.2017: Frühlingserwachen im Wald

Knapp über den Baumwipfeln kreisen zwei Störche, direkt unter ihnen machen zwei Einhörner ein Wettrennen. Auf den Baumwurzeln daneben lauern zwei Piraten, und wenige Meter weiter zaubert eine Fee grün glitzerndes Wasser. Wir sind im VKM-Waldkindergarten am Moorweg, morgens um acht Uhr. Das Thermometer zeigt knackige fünf Grad an, einige dunkle Wolken dräuen am Himmel. Doch das stört hier keinen, denn unverzagt schickt die Sonne ihre Strahlen durchs lichte Grün, und im Einklang mit Flora und Fauna stellt sie klar: Der Frühling ist da!

Die Natur mit allen Sinnen erlebbar zu machen, das steht im Waldkindergarten ganz obenan. Täglich beweisen die 20 Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren, dass das für sie eine ganz einfache Sache ist. Sie finden allerorten Spielzeug, toben und klettern, und entdecken immer wieder faszinierende Aspekte an Pflanzen, Tieren und der Landschaft.

So verwandeln sich Lilly und Marie mittels kleiner Stöckchen unterm Mützenrand ganz schnell in Einhörner. Munter galoppieren die beiden voran, wiehern mit hellen Fohlenstimmchen. „Wir sind nämlich Baby-Einhörner“, verraten die vorbeipreschenden Mädels. Etwas weniger märchenhaft sind dagegen Florian und Malik unterwegs: Die beiden haben sich hoch oben auf einer umgelegten Baumwurzel einen Piraten-Ausguck eingerichtet. Und werden dann fürs Runterklettern ganz schnell zu Superhelden – weil doch Spidermans Spinnweben so hilfreich sind beim Klettern…

Balancieren oder Buddeln, Rennen oder Hüpfen, Verstecken oder Entdecken: Im sogenannten freien Spiel toben sich die Kinder aus. Zusätzlich macht das Team aus fünf Pädagogen auch thematische Angebote. Das Färben von Ostereiern gehört wohl in jedem Kindergarten dazu, aber ein eigenes Osterbeet anzulegen, das ist im Waldkindergarten eben besonders einfach. Seit Wochen beobachten die Kleinen ihre Blumenzwiebeln und sind jetzt ganz stolz auf die leuchtenden Narzissen und Traubenhyazinthen. Auf Spaziergängen erfreuen sie sich an den ersten Blüten von Buschwindröschen und Waldsauerklee. „Unser Waldstück ist eher trocken, deshalb gibt es hier relativ wenig Buschwindröschen“, erklärt Erzieherin Carina Tophinke – ganz nebenbei lernen die Kinder ökologische Zusammenhänge kennen. „Liebe zur Natur wollen wir vermitteln“, so Kindergarten-Leiter Ralf Toppmöller. Und wer die muntere Schar im Kreise der fünf Erzieher beobachtet, der hat auf Anhieb den Eindruck, dass das gelingt.

Wer seine Kinder gern naturnahe Erfahrungen sammeln  lassen und für reichlich Bewegung an der frischen Luft sorgen möchte, kann sich bei Toppmöller über einen Kindergartenplatz informieren: Telefon 01 71 608 62 64.