VKM
Für Menschen mit Förderbedarf
VKM GT

02.02.2017: Viel Erfahrung prägt Gebäude und Konzept

Ein großzügiger Eingangsbereich, fünf Gruppenräume mit angeschlossenen Funktionsräumen, ein Therapieraum, ein Kinderwagen-Carport und eventuell sogar eine Rutsche aus dem Obergeschoss in das nach Süden ausgerichtete Außengelände: Die Pläne für die neue Kita an der Pestalozzistraße klingen verheißungsvoll. Über den Bau als solches sowie das pädagogische Konzept der Kita informierten sich am Mittwoch 30 Eltern. Eingeladen hatten Architekt und Investor Michael Pappert aus Bielefeld sowie der Kita-Träger VKM – Für Menschen mit Förderbedarf.
 
Das besondere am Gebäude, so Pappert, sei das Baukastenprinzip: „Dieses wird die fünfte Kita, die wir nach diesem Modus bauen.“ Auf Grundlage der Vorgaben der Jugendämter wurde ein Grundgerüst entwickelt, das individuell an Standort und Bedarf angepasst werden. In Halle wird in Form eines langgezogenen Rechtecks ein zweigeschossiges Gebäude in Holzrahmenbauweise entstehen. „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff mit sehr guten baubiologischen Eigenschaften“, so Pappert. Zum guten Raumklima trage auch die Dämmung mit Zellulose aus Altpapier bei. Ansprechende Oberflächen prägen die Fassaden – da trifft es Pappert auch nicht, wenn Kindermund einen seiner Entwürfe als „Bretterkiste“ bezeichnet hat. Innen werden ebenso warme Oberflächen die Atmosphäre des Hauses prägen.
 
Eine Terrasse bzw. Balkons an der Westseite erschließen das fast 3.000 Quadratmeter große Grundstück. „Wir überlegen, vom Balkon eine Tunnelrutsche in den Garten anzulegen“, verriet Pappert. Das Außengelände werde ein Landschaftsgärtner gestalten, mit dem der Architekt bereits zusammengearbeitet hat. „Auch die sonstigen Gewerke wollen wir an lokale Handwerker, mit denen wir gute Erfahrungen gemacht haben, vergeben.“ Der Investor ist optimistisch, dass der im November eingereichte Bauantrag kurzfristig genehmigt werde: „Die Behörden arbeiten wirklich zügig, im Grunde rechne ich täglich mit einer Antwort.“ Eine Bauzeit von sechs Monaten und somit Eröffnung der Kita im Oktober halte er „bei normalem Bauverlauf“ für realistisch.
 
Dann wird das Gebäude etwa 80 Kindern Platz bieten. In der Inklusiven Kindertagesstätte werden darunter acht Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf sein. Ein multiprofessionelles Team aus Erziehern, Heilerziehungspflegern und Therapeuten werde dafür sorgen, dass jedes Kind zu seinem Recht komme. Der Träger VKM bringt dafür umfangreiche Erfahrung aus einer ähnlichen Einrichtung in Rheda-Wiedenbrück mit, erläuterte Geschäftsführerin Kristina Witschel. Mit den Betreuungszeiten werde sich der VKM an den Bedarfen der Familien orientieren, so Alev Heilig, Leitung der VKM-Übergangs-Kita in Halle. Dies werde in enger Abstimmung mit der Stadt Halle geschehen. Es können noch Kinder angemeldet werden, Interessenten können sich an Alev Heilig wenden unter Tel. 01 76 64 86 66 71.